Erkenntnisse durch eine groß angelegte Studie des Hyko-Projekts
In einer groß angelegten Studie des Hyko-Projekts wurden Arbeitnehmende verschiedener Branchen zu ihrer Einstellung gegenüber KI befragt. Wir wollten dabei Folgendes wissen:
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Hürden im Umgang mit KI
Welche Hürden für den erfolgreichen Umgang mit technischen Neuerungen wie KI sehen Sie in Ihrem persönlichen und beruflichen Umfeld?
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Bedrohung des Arbeitsplatzes
Sehen Sie Ihren Arbeitsplatz durch technische Neuerungen (z. B. KI) bedroht?
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Bewertung von Automatisierung
Wie bewerten Sie die Nutzung von Automatisierung innerhalb/außerhalb des Arbeitsplatzes?
Bevor Sie nun weiterlesen, denken Sie doch selbst einen Moment darüber nach, was Sie geantwortet hätten.
Ist mein Arbeitsplatz bedroht? Werde ich durch KI ersetzt?
Die Wahrnehmung, dass der eigene Arbeitsplatz durch technische Neuerungen bedroht wird, ist eine Wahrnehmung von Arbeitsplatzunsicherheit. Diese lässt sich in eine kognitive und eine affektive Komponente aufteilen (Jiang & Lavaysse, 2018): die wahrgenommene negative Veränderung der eigenen Arbeit und die emotionale Reaktion auf Veränderungen der Arbeitstätigkeit. Durch die Kombination beider Komponenten kann die wahrgenommene Bedrohung des Arbeitsplatzes zu verminderter Zufriedenheit und Leistung führen.
Die befragten Arbeitnehmenden gaben mehrheitlich an, durch technische Neuerungen keine Bedrohung für ihren Arbeitsplatz wahrzunehmen. Häufige Argumente waren, dass die eigene Tätigkeit nicht durch KI ersetzbar sei, da menschlicher Kontakt eine wichtige Rolle spiele, sowie dass sich die Arbeitsstelle verändern, aber nicht verschwinden würde. 31 % der Befragten gaben an, ihren Arbeitsplatz durch technische Neuerungen bedroht zu sehen; dabei wurde häufig genannt, dass die eigene Arbeitstätigkeit durch KI ersetzt werden könnte.
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Keine Bedrohung wahrgenommen69 %
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Bedrohung wahrgenommen31 %
Bietet der Umgang mit KI mehr Chancen oder Hürden?
Das Europäische Parlament klärt auf seiner Website über Chancen und Risiken von KI auf; dabei ist die Liste der Risiken länger als die der Chancen.
Diese ungleiche Verteilung zeigt sich auch in den Antworten der befragten Arbeitnehmenden: Nur 4 % aller genannten Argumente sind pro KI und zeigen Chancen dieser auf, wobei besonders eine gesteigerte Effizienz betont wird. 96 % der Argumente sind KI-skeptisch gerichtet und heben Hürden dieser hervor: Bedenken zur Fehleranzahl, zum Datenschutz und zum Aufwand der Nutzung sowie fehlendes Wissen oder fehlende Aufklärung über KI.
Neuerungen wie KI sehen Sie in Ihrem persönlichen und beruflichen Umfeld?
Wie wird die Nutzung von Automatisierungen bewertet?
Im Rahmen der Hyko-Studie wurden Arbeitnehmende auch gebeten, die Nutzung von Automatisierungen innerhalb und außerhalb der Arbeit zu bewerten. Im Durchschnitt gaben die Arbeitnehmenden sowohl innerhalb als auch außerhalb des Arbeitsplatzes eine positive Bewertung an. Interessanterweise war diese Einstellung gegenüber KI am Arbeitsplatz noch höher als im Privaten.
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Am Arbeitsplatz 3,93 / 5123 45
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Im privaten Umfeld 3,54 / 5123 45
Unsere Ergebnisse decken sich mit denen anderer Untersuchungen (Gnambs et al., 2025). Dabei fanden die Forschenden, dass die deutsche Bevölkerung positive Einstellungen gegenüber KI hat, obwohl nur geringe Vorerfahrungen bestehen. Nach der Theorie des geplanten Verhaltens spielen Einstellungen gegenüber einem Verhalten eine wichtige Rolle bei der Vorhersage der Intention, ebendieses auszuführen (Ajzen, 1991). Eine positive Einstellung gegenüber KI ist also ein erster Schritt für einen gelungenen Umgang mit dieser.
Fazit
Die befragten Arbeitnehmenden sehen mehrheitlich ihren Arbeitsplatz durch technologische Neuerungen, wie KI, nicht bedroht und bewerten die Nutzung von Automatisierungen positiv. Gleichzeitig werden deutlich mehr Hürden und Risiken als Chancen für einen erfolgreichen beruflichen und privaten Umgang mit technischen Neuerungen gesehen, was auf eine differenzierte Sichtweise hindeutet.
Wie sehen Sie die Veränderung des Arbeitsmarkts durch KI?
Literatur
Ajzen, Icek. „The Theory of Planned Behavior“. Organizational Behavior and Human Decision Processes 50, Nr. 2 (1991): 179–211.
Gnambs, Timo, Jan-Philipp Stein, Sabine Zinn, Florian Griese, und Markus Appel. „Attitudes, Experiences, and Usage Intentions of Artificial Intelligence: A Population Study in Germany“. Telematics and Informatics 98 (2025): 102265.
Jiang, Lixin, und Lindsey M. Lavaysse. „Cognitive and Affective Job Insecurity: A Meta-Analysis and a Primary Study“. Journal of Management 44, Nr. 6 (2018): 2307–42.
Europäisches Parlament. „Künstliche Intelligenz: Chancen und Risiken“.
